Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Under Pressure

14. Oktober 2022

Im Theater- und Fotoprojekt "UNDER PRESSURE" beschäftigten sich die Teilnehmerinnen intensiv mit Themen wie äußerem Druck, Mobbing und Medieneinflüssen, indem sie Szenen kreativ entwickelten, Masken gestalteten und sich in einer geschützten Atmosphäre über persönliche Erfahrungen austauschten.

Under Pressure -

Es fand ein dreitägiges Theater-Fotoprojekt mit Mixed-Media-Elementen statt. Die Referentinnen nutzten theaterpädagogische Spiele und Übungen um ins Thema zu kommen. Sie wollten behutsam starten, indem sie mit den Mädchen zu Beginn über Dinge sprachen und diskutierten wie zum Beispiel Leistungsdruck, Rassismus, Mobbing, Stalking, psychischer Druck etc, um dann auf das Thema sexualisierte Gewalt zu kommen.

Projekt Ablauf
Das Projekt begann mit einer Vorstellungsrunde und detaillierten Gesprächen über die kommenden Aktivitäten. Die Teilnehmerinnen waren von Anfang an interessiert und auch schwierigen Themen gegenüber aufgeschlossen. Um einen sicheren Raum zu kreieren, wurde von Beginn an eine Vertraulichkeitsvereinbarung für alle Gespräche vereinbart.
Während der Gesprächsrunden kamen die Mädchen auf das Thema „Medien" zu sprechen. Die Teilnehmerinnen brachten zur Sprache, wie sie vermehrt eine stark sexualisierte Darstellung von Frauen wahrnehmen, insbesondere auf Plattformen wie TikTok und Instagram.
Später wurde auch das sensible Thema der "sexualisierten Gewalt" einfühlsam besprochen. Die Mädchen hatten keine Berührungsängste mit diesem Thema und konnten sich offen mitteilen. Es wurden Improvisationstheaterübungen durchgeführt, um Mobbing-Situationen darzustellen und darüber in gemeinsamen Austausch zu kommen.
Der zweite Tag startete mit theaterpädagogischen Übungen, mit selbst ausgedachten Szenen zum Thema „Mobbing“. Die Teilnehmerinnen waren hoch motiviert und voller Eifer bei der Sache. Das Projekt vertiefte sich in den Themen "Druck von Familie, Schule, Konsum und Medien", wobei Gedanken und Ideen der Teilnehmerinnen in den Diskussionen lebendig ausgetauscht wurden.
Masken aus Tonpapier wurden angefertigt. Diese sollten schüchternen Teilnehmerinnen helfen, mehr aus sich herausgehen zu können. Licht- und Schattenspiele, unterstützt durch einen Overhead-Projektor, halfen dabei, sensible Themen subtil darzustellen. Berührungen „erledigte“ der Schatten bei heikleren Themen. Der große Bedarf an Kommunikation zu diesen Themen unter Jugendlichen wurde in den Szenen und gemeinsamen Gesprächen deutlich.
Die Teilnehmerinnen fühlten sich durch die Akzeptanz und Wertschätzung des Projektteams ermutigt, offen über sämtliche Themen zu sprechen. Auch das schwierige Thema "sexualisierte Gewalt" wurde unerschrocken besprochen. Alle berichteten froh über den Austausch solcher Themen zu sein, da in ihrem Umfeld nicht offen darüber gesprochen wird. Eine Atmosphäre des Vertrauens prägte alle drei Tage.
Am letzten Tag brachten selbst schüchterne Teilnehmerinnen mit Mut ihre Ideen vor die Kamera. Eine Teilnehmerin berichtete am darauffolgenden Montag eine Viertelstunde ihrem Lehrer und anderen Schülern über das Projekt und wie gut es ihr getan hat, sie sprach völlig frei über das Thema.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitende Referentin: Claudia Müller und Annette Naudiet 
Teilnehmerinnen: 7 junge Frauen zwischen 14 und 18 Jahren
Projektzeitraum: 12.-14. Oktober 2022
Ort: Dortmund Scharnhorst
Kooperation mit lebens.fit.e.V. und der Gemeinde St. Immaculata | Dortmund
Ermöglicht wurde das Projekt durch Sondermittel für "Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche" vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

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