Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Solidarität trotz Corona

Bönen
18. Juni 2020

Gemeinsam einsam? Die Corona Pandemie kam für viele in der Gesellschaft plötzlich und unerwartet: das öffentliche Leben stand still - Einrichtungen der Jugendhilfe schlossen ihre Türen und Schüler*innen wurden von heute auf morgen ins Home-Schooling verfrachtet. Viele fühlten sich damit allein gelassen. Das Projekt wollte den jugendlichen Teilnehmenden in Zeiten der Isolation und physischen Distanzierung ein regelmäßiges Zusammenkommen ermöglichen. Dabei sind gemeinsam einsam zwei Video-Clips entstanden.

Solidarität trotz Corona - Filmprojekt

Filmprojekt

Innerhalb von vier Wochen haben acht digitale Treffen via ZOOM stattgefunden, in denen die Teilnehmenden zusammen mit dem Team des Go in und der Filmemacherin Maren Heyn nach Wegen gesucht haben ein gemeinsames Filmprojekt durchzuführen. Neben den Video-Meetings gab es eine gemeinsame WhatsApp Gruppe in der sich auch zwischen den einzelnen Workshop Treffen ausgetauscht werden konnte. Beim ersten Treffen haben sich erst einmal alle kennengelernt und Wünsche und Ziele für das Projekt formuliert. Der erste Film sollte dazu dienen eine kleine filmische Basis zu schaffen trotz der Entfernung ein Gefühl von Gemeinschaft zu vermitteln. Dazu sollte ein Film entstehen, in dem ein  Zettel auf dem #SolidaritättrotzCorona steht von einer Person zur nächsten gereicht wird. Dazu wurden gemeinsam Ideen entwickelt und ein Storyboard gezeichnet. Die Whatsapp Gruppe wurde genutzt, um sich auszutauschen, die ersten Clips zu teilen und Feedback zu geben. Beim 4. Workshoptreffen kam dann aus der Gruppe selbst die Idee einen Tag im Leben mit Corona zu verfilmen.

Reflexion
Das gesamte Projekt fand ausschließlich im virtuellen Raum statt. Dies stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen, sowohl in Bezug auf räumliche und technische Gegebenheiten (Rückzugsort, Datenvolumen) bei den Teilnehmenden als auch in Bezug auf die psychischen und emotionalen Auswirkungen dieses neuen Miteinanders:
In der Kontaktverbotsphase gleicht ein Tag dem anderen. Dadurch geht das Zeitgefühl verloren. Termine einzuhalten, sich allein zu motivieren und zu organisieren wird - nicht nur für Jugendliche - zur Herkulesaufgabe. Hinzukommt, dass Begegnungen im virtuellen Raum das soziale Miteinander nicht kompensieren können. Online kann man so viel weniger in persönlichen Austausch
treten. Es gibt nicht die persönlichen Momente in den Pausen, in denen man mal rumalbert.
Es bleibt über den Computer sehr distanziert und fokussiert. Die Konzentration für Augen
und Ohren sind viel mehr gefordert, als in einem persönlichen Treffen. Es ist schwierig die Befindlichkeit und die Körpersprache des Gegenübers nur über den Bildschirm zu lesen. Gleichzeitig war aber die Kommunikation wiederum zwischen den Treffen durch die WhatsApp Gruppe total leicht. Die Jugendlichen haben schnell geantwortet. Wenn was gedreht wurde, dann konnten es alle sehen und jede*r ein Feedback geben. Durch das schriftliche Festhalten konnten die Jugendlichen noch mal nachlesen und Anregungen die für andere bestimmt waren auch für
sich selbst nutzen.
In einer so unstrukturierten Zeit mit so vielen Unsicherheiten, wie es weiter geht, brauchen Jugendliche einen Punkt der Struktur, der Ihnen Freude bereitet, Ihnen Spaß macht, sie ein bisschen herausfordert, aber nicht überfordert.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitende Referentin: Maren Heyn (Knallrot Filme)
Pädagogische Begleitung: Angela Bräuer & Jasmin Ruhfaut
Teilnehmerstruktur:  6 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 22 Jahren
Projektzeitraum: 17. April bis 19. Mai 2020
Ort: Bönen
Das Projekt fand statt in Kooperation mit dem Treffpunkt Go in statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

#SolidaritättrotzCorona

Ein Tag aus dem Leben mit Corona

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