Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Mittendrin Tagtool

Teilnehmende des Workshops lernten spielerisch die App Tagtool fürs iPad kennen, diskutierten das Thema "Mittendrin" und setzten es künstlerisch mit Animationen um. Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen konnten hier gemeinsam arbeiten und kreativ werden.

Mittendrin Tagtool - Digitale Welten erkunden und kreieren

Digitale Welten erkunden und kreieren

Mittendrin Tagtool war ein Workshop, der künstlerische Kreativität und digitale Medien mit interkulturellem Austausch und Inklusion verband. Neun Jugendliche kamen an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen zusammen, um mit Hilfe der Tagtool-App auf iPads digitale Animationen zum Thema "Mittendrin" zu erstellen. Das Besondere an diesem Workshop war die Vielfalt der Teilnehmenden: Neben fünf Jugendlichen aus der Ukraine waren auch drei Jugendliche mit Handicap dabei.

Was ist Tagtool?
Tagtool ist eine App für das iPad, mit der man ganz leicht digitale Zeichnungen und Animationen erstellt. So richtig Spaß macht die Nutzung der App, wenn die Animationen direkt auf Wände und andere Oberflächen projiziert werden. Dabei können mehrere Benutzer*innen mit ihren iPads in einer Session gemeinsam arbeiten und ihre Kunstwerke und Botschaften in Echtzeit anpassen und verändern. Tagtool wurde speziell für Live-Performances und kollaborative Kunstprojekte entwickelt. Die App wird einfach und intuitiv mit den Fingern bedient und benötigt keinerlei Vorkenntnisse. Damit eignet sich Tagtool für alle Altersstufen über Sprachbarrieren hinweg, auch für Jugendliche mit Handicap.

1. Tag
Der Workshop begann mit einer Atmosphäre der Neugierde und Erwartung. Unter Anleitung der Referentin tauchten die Jugendlichen in die Funktionen der Tagtool-App ein und begannen, erste künstlerische Ideen zum Leben zu entwickeln. Sie sammelten spontane Bilder und Gedanken zum Thema “MITTENDRIN” und begannen, gemeinsam mit Beamer zu arbeiten und erste Projektionen an die Wand zu werfen. Schnell hatten sie den Bogen raus und waren mit viel Spaß bei der Sache und gestalteten ihre Animationen. Zum Abschluss gab es eine Fragerunde: Ja, es hatte allen gefallen, aber die Jugendlichen hatten auch klare Wünsche: mehr Pausen und Musik. Das sollte sich doch umsetzen lassen.

2.Tag
Der zweite Tag des Workshops begann etwas holprig. Es hatte Missverständnisse bezüglich der Uhrzeiten gegeben. Als endlich alle da waren, gab es schon eine Mittagspause und Fleur Vogel, Bildungsreferentin der LAG KM, besuchte mit ihrem kleinen Sohn das Projekt, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Nach der Pause war die Atmosphäre geprägt von einer ruhigen und konzentrierten Stimmung, in der alle Beteiligten in angenehmer Weise arbeiten und kreativ werden konnten. Wenig später war die Ruhe jedoch vorbei: Für die Abschlussveranstaltung galt es, die ersten Vorbereitungen zu treffen und natürlich auch zu proben - und dafür musste erst einmal die richtige Musik gefunden werden. Kein Problem für die Teilnehmenden, denn im Raum stand ein Klavier und über eine große Bluetooth-Box konnte man seine eigene Musik vom Handy abspielen. 

Abschlusskundgebung
Leider lief an diesem Tag nicht alles so, wie ursprünglich geplant: Es stellte sich heraus, dass das Licht draußen zu hell war, so dass beschlossen wurde, die Veranstaltung drinnen im alten Pfarrsaal stattfinden zu lassen. Auch der Einsatz der iPads dauerte etwas länger als geplant, da die Geräte an ihre Grenzen stießen und es immer wieder zu Abstürzen kam. Und dennoch: Am Ende präsentierten die Jugendlichen stolz ihre Werke. Von fröhlich-bunten Collagen bis hin zu eindringlichen Statements zeigten die Animationen, wie vielfältig die Jugendlichen die Ausdrucksmöglichkeiten mit Tagtool genutzt hatten. Insbesondere das Abschlussbild war ein beeindruckendes Zeugnis dafür, wie sehr sie sich Frieden und Gemeinschaft wünschen. Es war ein emotionaler Moment am zweiten Jahrestag der russischen Invasion für die ukrainischen Jugendlichen und ihre Familien und die eine oder andere Träne floss. Aber es gab auch viele glückliche Gesichter und man konnte die Verbundenheit spüren, die in dieser kurzen Zeit entstanden ist.

Am Ende...
.. war der Workshop eine besondere Gelegenheit für die Jugendlichen, ihre Gedanken auszudrücken und gemeinsam kreativ zu sein. Es wurden sogar Telefonnummern ausgetauscht. Ein toller Workshop, der Verbindungen geschaffen hat, die noch lange nachklingen werden.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitende Referentin: Andrea Rings 
Teilnehmendenstruktur: 9 Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren
Projektzeitraum: 01., 17. und 24.02.2024
Ort: Hürth
Das Projekt fand in Kooperation mit dem Hilfe für Tschernobyl-geschädigte Kinder e.V. und dem Jugendamt der Stadt Hürth statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch das  Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

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