Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Me, Myself & I

Erkelenz
10. Februar 2022

Jugendliche der sog. Generation Z wachsen mit einem immensen Druck auf, Teil der digitalen Welt zu sein. Durch diese Selbstverständlichkeit digitaler Medien werden sie mit ständiger Selbstdarstellung konfrontiert und sind dadurch einem Druck ausgesetzt, sich selbst und ihr Leben permanent darzustellen. Sie sehen täglich bearbeitete Bilder, gefilterte Gesichter und formen ihr Ideal dementsprechend. Bodyshaming, Snapchat, Dysmorphophobie, Brand Identity etc. sind in der digitalen Welt allgegenwärtig und stellen junge Menschen vor die Wahl, entweder dabei oder dagegen zu sein.
Das Projekt Me, Myself & I setzt sich mit dieser Thematik auseinander und sucht nach alternativen Identitätsmanifestationen abseits des Mainstreams. Es schafft ein neues Bewusstsein für diese Lebens- und Bilderwelten, ohne sie pauschal abzuwerten. Kann ich zeigen, wer ich bin? Was möchte ich von mir preisgeben, was für mich behalten?

Me, Myself & I - Fotostudien

Fotostudien

Projektverlauf
Der Workshop begann mit einem Gesprächskreis. Dabei wurde besonderer Augenmerk auf die Themen gelegt, mit denen sich die Teilnehmer*innen tagtäglich beschäftigen. Schnell öffneten sich die Jugendlichen und erzählten von ihrer Lebensrealität und ihren Sorgen und Ängsten. Wir schafften es in der Gruppe eine Vertrauensebene zu erreichen, in der die Jugendlichen über sehr private Themen wie Mobbing, Bodyshaming, etc. sprachen. Darauf baute die Fotografin Jara Reker konzeptionell auf und ermutigte die Jugendlichen sich mit diesen Themen gestalterisch aktiv zu befassen.
Nach ersten langen Gesprächsrunden, hatten die Teilnehmer*innen die Aufgabe sich ein Themenfeld zu überlegen, welches sie gern fotografisch bearbeiten würden.
Anregung und Inspiration kamen durch verschiedene Anschauungsmaterialien wie Bildbände, Fotoarbeiten, Instagramseiten etc.
Wichtig für das Projekt war vor allem die Konzeption der Bildserien:
Wie vermittelt man einem Betrachter seine Geschichte?
Wie drücke ich ein bestimmtes Gefühl in einem Bild aus?
Wann zeige ich zu viel, wann zu wenig?
Wie kann ich meine Projektidee abstrahieren und sinnhaft darstellen?

Die Fragen waren nicht nur für den Workshop gewinnbringend, sondern können auch nachhaltig die Selbstreflektion positiv prägen.
Als alle Teilnehmer*innen ein Thema gewählt hatten, ging es in die Umsetzungsphase. Konkrete Ansätze wurden entwickelt und gemeinsam individuelle Lösungsansätze gefunden. Hierbei sei besonders darauf einzugehen, dass den Jugendlichen bei der Auswahl völlig freie Hand gelassen wurde und die Ideen sowohl in gemeinsamen Brainstormings, als auch in Einzelgesprächen nach und nach ein konkretes Bild ergaben. Der Instagramkontext zeigte sich in dieser Phase als besonders hilfreiches Medium, da die Teilnehmer*innen sich auch außerhalb der Workshopzeiten mit dem Projekt auseinandersetzen und die Referentin kontaktieren und Feedback oder Anregungen einholen konnten.

Abschluss
Am Ende des Projekts wurden Bilder bei einer professionell gestalteten Vernissage in den Arcaden des alten Erkelenzer Rathauses ausgestellt. Dies stellte sich für einige Teilnehmer*innen einerseits als Chance heraus, sich öffentlich mit ihren Jugendkulturellen Themen, wie Kulturschock, Depressionen, Tättowieren zu öffnen und mit anderen Leuten darüber ins Gespräch zu kommen, andererseits war es für andere Teilnehmer*innen eine Herausforderung, offen über ihre Themen wie Mobbing oder Verlust zu sprechen.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitende Referentin: Jara Reker
Pädagogische Begleitung: Eva Maria Sengalski
Teilnehmer*innenstruktur: 8  Jugendliche zwischen  13 und 20 Jahren
Projektzeitraum: 19. Juli bis 21. August 2021
Ort: Erkelenz
Das Projekt fand in Kooperation mit dem Jugendzentrum ZaK der ev. Kirchengemeinde Erkelenz statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

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