Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Magische Welten entdecken

Von Geheimnissen und Geschichten: Kinder erforschen die verborgenen Geschichten ihres Stadtteils

Magische Welten entdecken - Eine Reise durch das Kirchviertel

Eine Reise durch das Kirchviertel

Der erste Tag unseres gemeinsamen experimentellen Spiel-Kunstprojekts "Magische Welten entdecken" begann mit der zentralen Frage, wie wir den Geheimnissen unseres Stadtteils auf die Spur kommen können. Gibt es Ereignisse in der Geschichte des Kirchviertels, die über das Alltägliche hinausgehen? Ausgestattet mit Aufnahmegeräten, Kameras und Notizbüchern begaben wir uns in den Stadtteil.
Die Geräte wurden besprochen, sofort ausprobiert und der Umgang damit geübt. Jedes Kind im Projekt übernahm abwechselnd eine Aufgabe, je nach Interesse und Fähigkeiten: Zielpersonen ansprechen, Interviewfragen stellen und aufnehmen, Fotos machen und Notizen in Stichpunkten festhalten.
Wir hörten aufschlussreiche Geschichten aus der Jetztzeit und der Vergangenheit, die als Inspiration für unsere magische Welt und die daraus entstehende Geschichte dienten. Es gab Ereignisse wie einen schweren Autounfall mit einem Stromkasten, verwirrte Senioren, Graffiti-Sprayer, die das Wort "AGG" auf ein nahegelegenes Hochhaus sprühten, und eine kürzlich entdeckte Ikone in der Kirchviertelkirche, die die Mutter Gottes mit einem Herz und dem Jesuskind auf außergewöhnliche Weise darstellte. Interessant war auch die Tatsache, dass der heutige Pennymarkt früher ein Kino war, in dem eine der Befragten als Kind den Film "Bambi" sah.
Diese Informationen befeuerten unsere Fantasie, und die Kinder des Projekts verbanden sie zu einer magischen Geschichte, die sogar einen Drachen aus dem Mittelalter enthielt. Zeichnungen der Ereignisse und Szenen wurden angefertigt und später auf Folie übertragen, um sie auf einem Overheadprojektor zu präsentieren. Diese Einbeziehung eines traditionellen, aber dennoch modernen Mediums erweiterte die Perspektiven und Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns.
Am dritten Tag stand Teamwork im Vordergrund. Rollen wurden verteilt und Texte überlegt. Zur Untermalung der Aufführung sollte eine Trommel eingesetzt werden. Es wurden Tipps gegeben und intensiv geprobt.
Während des Übens traten die ersten Konflikte auf. Wir diskutierten darüber, wie wichtig Tipps und Kritik sind, um sich weiterzuentwickeln, und dass es ein kontinuierlicher Prozess ist, der durch Übung verbessert wird, ähnlich wie beim Erlernen eines Musikinstruments. Wir ermutigten die Kinder, an ihren Ideen festzuhalten und nicht vorzeitig aufzugeben. Außerdem wurde der Gebrauch des Wortes "muss" hinterfragt und bewusst gemacht, dass es oft inflationär verwendet wird und wir uns darauf konzentrieren sollten, was wirklich notwendig ist.
Nach dieser Reflexion wurde mit neuer Begeisterung weitergearbeitet. Geräusche wurden hinzugefügt, der Erzähler trug vor, und die Akteur*innen spielten ihre Rollen. Alle achteten aufeinander, um die Geschichte nahtlos darzustellen.
Die Kinder arbeiteten mit großem Eifer und Freude, und die Aufführung für die anderen OGS-Kinder und Betreuenden wurde aufgeregt erwartet.
Mit einem begeisterten Applaus wurden die Künstler*innen bei der Aufführung am vierten Tag belohnt. Das Projekt wurde von den Kindern insgesamt mit großer Begeisterung aufgenommen. Die Tatsache, dass alle Arbeiten mit Freude nach Hause genommen wurden, zeigt deutlich, wie intensiv sich die Teilnehmer*innen mit ihren kreativen Werken in dieser Woche identifizierten.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitende Referentin: Antje Hemmer 
Teilnehmendenstruktur: 8 Kinder zwischen 7 und 10 Jahren
Projektzeitraum: 03.04 – 06.04. 2023
Ort: Bochum
Das Projekt fand in Kooperation mit der OGS Borgholzschule Bochum statt. Ermöglicht wurde das Projekt durch das  Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

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