Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Im freien Fall

Dortmund
13. Juni 2018

Trickreiche Bilder. Mädchen aus der Dortmunder Nordstadt haben gemeinsam mit dem Fotografen Jörg Meier surreale Bilder mit der Digitalkamera erstellt. Unter der Fragestellung: was bedeutet "Freier Fall" für mich? haben sich die Mädchen im Rahmen einer Projektwoche mit ihren eigenen Gedanken zum Thema kreativ ausgedrückt. Schnell entdeckten sie, dass man neben negativen Assoziationen auch sehr positive Bilder aus diesem Begriff entwickeln kann: aufgefangen werden, Freiheit, Fliegen & Spaß.

Im freien Fall - Fotografie mit Mädchen

Fotografie mit Mädchen

Das Projekt
In den Osterferien haben acht Mädchen im Alter von 12 – 17 Jahren des Mädchentreff der Stadtteil-Schule Dortmund e.V. in der Nordstadt sich die Frage gestellt: was bedeutet "Freier Fall" für mich? Es gab Raum für die Bearbeitung von negativen Gefühlen wie Unsicherheit, Zukunftssorgen, Einsamkeit u. Diskriminierungserfahrungen, welche zu Beginn des Projekt als erste Assoziationen mit dem Begriff verbunden wurden. Diese Gedanken der Mädchen wurden ernst genommen und offen in der Gruppe thematisiert. Uns war wichtig, den Teilnehmerinnen einen Schutzraum zu bieten in welchem sie gemeinsam kreative Gegenentwürfe und eigene Strategien zum Empowerment zu neuen Aspekten von "Freier FalI" entwickelten. Schnell entdeckten die Mädchen, dass man ja auch sehr positive Bilder daraus entwickeln kann: aufgefangen werden, Freiheit, Fliegen etc.. Hierfür wurde nach Projektionsflächen in Form von freien Bildern im Netz gesucht (z.B. Bilder von Flugzeugen, Hochhäusern, Wasserfällen).
Als zusätzliche Inspiration wurde die Ausstellung des südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund besucht, was für viele ihr erster Besuch in diesem Museum bedeutete. Da sie bereits am ersten Tag viel über Fotografie erfahren hatten, waren sie hier bereits „Expertinnen“ und analysierten Bildausschnitt, Perspektive uvm. Verschiedene Inszenierungen wurden ausgearbeitet und kleine Drehbücher geschrieben. Im Team überlegten die jungen Frauen, wie sie sich darstellen wollen und welche Effekte dazu nötig sind.
Durch die Inszenierungen lernten die Mädchen viel über Eigen- & Fremdwahrnehmung mit Hilfe der Kamera. Die Umsetzung setzte auf Teamplay, denn die gewünschten Ergebnisse, brauchten viele Hände. So musste z.B. eine Person Modell stehen, eine den Beamer bedienen, eine hinter der Kamera stehen und eine Person Regieanweisungen geben Dies haben die Mädchen in Eigenregie vorgenommen. Der Referent stand beratend zur Seite. Reihum wurde gewechselt, sodass jedes Mädchen alle Handlungen durchlief. Wie sieht es durch den Sucher aus? Welches Objektiv muss ich nutzen für welchen Ausschnitt? Kommunikation stand im Mittelpunkt.
Durch die entstandenen Szenen bekamen die Protagonistinnen die Möglichkeit Superkräfte sichtbar zu machen und sich selbst in einem ganz anderen Licht darzustellen. Das stärkte ihr Selbstbewusstsein und forderte sie in ihrer Rolle, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Durch das Arbeiten vor und hinter der Kamera erlernten die jungen Frauen auf der einen Seite das Fotografieren (das Sichausdrücken mit einem Medium) und auf der anderen Seite das ‚Spielen’.

Krönender Abschluss war die Konzeption einer eigenen Fotoausstellung in der Werkhalle des Uniongewerbehofs im Rahmen der Veranstaltung „Temporäres Zentrum für Schwerelosigkeit“ des Vereins vier.D.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitender Referent: Jörg Meier
Pädagogische Begleitung: Philipp Löckenhoff
Projektzeitraum: 26. bis 28.03., Ausstellung 12.05. bis 12.06.2018
Das Projekt fand in Kooperation mit der Stadtteil-Schule Dortmund e.V. statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

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