Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

Wittener Straße 3
44149 Dortmund
Tel.: 0231-98 88 70 66

Heimat - Gestern Morgen!?

Dortmund
18. Februar 2022

Wo beginnt Heimat?
Wann fühlt sich ein Ort wie Heimat an?
Was sind überhaupt Heimatgefühle?
Ist Heimat nur dann Heimat, wenn sie so aussieht, wie wir sie haben möchten?
Können wir verschiedene Heimaten vereinen?

Heimat - Gestern Morgen!? - Momentaufnahme einer diversen Generation

Momentaufnahme einer diversen Generation

Heimat liegt oft direkt vor der Tür und manchmal auch in der Ferne. Heimat erscheint uns als etwas Selbstverständliches, doch ihr Wesen ist fragil. In der Fotoausstellung „Heimat – Gestern Morgen?!“ junge Menschen, die seit einiger Zeit in Deutschland leben, wie Heimat für sie aussieht. Sie stammen aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen. Viele von ihnen sind aus der alten Heimat geflüchtet, haben Freunde und Familie zurückgelassen. Heimat hat mit Herkunft zu tun, speist sich aus Erinnerungen, beruht auf Vertrautheit, auf dem Gefühl von Geborgenheit im sozialen Umfeld. Heimat ist an die eigene Vergangenheit gebunden, die immer auch Verlust und Trennung beinhaltet.
Was braucht man, um sich in der Gegenwart heimisch zu fühlen? Hoffnung gehört dazu. Heimat ist eine Perspektive. Die Ausstellung, die eine Gruppe zugewanderter junger Menschen in Eigenregie geplant und durchgeführt hat, zeigt Fotos aus Dortmund und aus verschiedenen Teilen der Welt. Jedes von ihnen verbildlicht auf andere Weise einen Aspekt von Heimat, eine Erinnerung, ein Gefühl, eine Assoziation. Ein Friseursalon, ein Straßenschild, der Sonnenuntergang – was verbinden wir mit Heimat, und kann man erahnen, von woher dieses oder jenes Foto stammt? Vergangenheit und Gegenwart, Zeit und Raum überlagern sich. Sehen wir dasselbe im Bild?

Ausstellungseröffnung
Am 7. August fand eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse im Haus der Vielfalt des VMDO e.V. statt. Im Anschluss wanderte die Ausstellung in die Weltgartenausstellung im Dortmunder Westfalenpark und war dort bis zum 26. September 2021 öffentlich ausgestellt.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Fotopädagogische Leitung: Sabitha Saul
Pädagogische Begleitung: Ümithan Yağmur
Projektkoordination: Mohammed Araouri
Teilnehmer*innenstruktur: 16 junge Erwachsene zwischen  18 und 24 Jahren
Projektzeitraum:  29. Juni bis 30. September 2021
Ort: 59439 Aachen
Das Projekt fand in Kooperation mit dem forum JUGEND! e.V. statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

Zitate der Teilnehmer*innen

„Die Natur von meinem Land hat meine Seele berührt. Zum Glück habe ich eine neue grüne Heimat gefunden.“

„Jeden Tag als ich aufgewacht bin, habe ich aus meinem Fenster geguckt und das großartige ‚Victoria Gebäude‘ in Damaskus gesehen.“

„Ich wurde von meinem Opa erzogen. Und mein Opa hatte genau denselben Baum vor seinem Haus. Deshalb habe ich mich unter diesem Baum heimisch gefühlt.“

„Als Kind hatte mein Vater einen Supermarkt und ich bin zwischen den Chipstüten und den Opferfest-Süßigkeiten aufgewachsen. Für mich ist das mein Zuhause.“

„I miss the magical feeling that no one can feel when I was looking outside of my window.“

„Mein Instrument ist meine Heimat. Sobald ich den Klang der Saiten höre, geht mein Herz auf, und ich sinke in meine Welt.“

„Auch wenn ich jetzt in einem moderneren Land lebe, hängt mein Herz immer noch an den Gebäuden meiner Heimatstadt und da habe ich mich wohler gefühlt. Modern leben ist nicht glücklich leben.“

„Für mich ist die Moschee meine Heimat, weil ich meinen Glauben, so wie ich möchte, ausüben kann.“

„Heute sehe ich aus meinem Fenster nur Gebäude, die kalt und gleichmäßig geschnitten sind. Ich vermisse die Seele, die man in unserer Architektur sah.“

„Afghanistan ist keine Wüste, wie alle hier denken. Afghanistan ist ein grünes Land. Aber der Krieg hat die Schönheit meines Landes gestohlen.“

Zurück

© 2022 LAG Kunst und Medien