Landesarbeitsgemeinschaft
Kunst und Medien NRW e.V.

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Du bist die Stadt

Köln
07. August 2019

Hast Du schon entdeckt, was für schöne Ecken es hier gibt? Wusstest Du, dass hinter Straßennamen tolle Geschichten lauern? Hast Du Dich einmal gefragt, was die Leute in diesem Laden hier oder der Werkstatt dort wohl machen? Kennst Du Deine täglichen Wege und Orte wirklich?
Mit Kamera, Kleister, Kleber & Co. sind wir auf Entdeckungstour in Mülheim gegangen und haben Farbe ins Veedel gebracht.

Du bist die Stadt - Streetart im Veedel

Streetart im Veedel

„Du bist die Stadt“ ist ein Streetart-Projekt, bei dem wir mit Kunstaktionen im öffentlichen Raum und bei unseren Nachbar*innen den Stadtteil "zum Leben erweckt haben". Die Teilnehmer*innen gingen mit den Ausdrucksmitteln der Fotografie und der bildenden Kunst auf Entdeckungstour im Viertel, um am Ende in einer Ausstellung exemplarisch zu zeigen, wo sie leben und wofür sie sich interessieren. So verbanden wir das Alltägliche mit dem Besonderen, Gewohntes mit Fremdem.

Mit der Stadt sprechen
Das Gruppenfoto als tägliches Ritual war das verbindende Element unseres Arbeitprozesses. Mit vorher gestalteten Sprechblasen inszenierten wir jeden Tag ein oder mehrere Fotos, um auf einen Ort im positiven oder negativen Sinne aufmerksam zu machen. Hierfür sammelten die Jugendlichen Vorschläge und setzten einige Ideen in die Tat um. Wir probierten dabei comic-haft und spontan auf folgende Fragen zu reagieren: Was findest Du hier gut/schlecht? Was wünschst Du Dir hier? Was würdest Du ändern? Ein guter Rat von Dir?...

Orte und ihre Menschen
Den Beginn unseres Projektes bildete die praktische Arbeit in zwei Werkstätten: „Plastische Gestaltung“ (mit Pappmaché, Ballons und Farben) und „Foto-Portrait“ (in Zweierteams Fotograf/Modell) Hierbei entstanden ovale Objekte und Portraits mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken.
Am nächsten Tag gestalteten wir die Objekte mit Neon-Acrylfarben (Auftrag durch Tupfen mit Schwämmen und Pinsel). Mit Ausschnitten der gedruckten Schwarz-Weiß-Portraits des Vortages verwandelten die Kinder und Jugendlichen die Objekte zu Köpfen. Münder, Nasen, Augen, Haare...wurden zu neu zusammengesetzten Gesichtern der Ballons.
Im Laufe des Projekts dienten uns die Kunstobjekte als Alter Egos, mit denen wir Menschen und ihre Orte besuchten. Nach einem Gespräch über das Viertel und die Interessen der Teilnehmer*innen schwärmten wir in kleinen Gruppen zu 4 verschiedenen Stationen aus. Um die Identität der Menschen zu schützen nutzten die Teilnehmer*innen die Alter Egos. Dadurch fand ein spielerischer Austausch zwischen den jungen Streetart-Künstler*innen und den Menschen vor Ort statt.
Lebendige Gegenstände
Mit überdimensioniert großen Ausschnitten der Foto-Portraits des ersten Tages erweckten wir als Straßen-künstler auch Gegenstände zum Leben. Mit Hilfe der Techniken „Transfer und Pasteup“ gingen wir wie Plakatierer zu Werke und verliehen dem Viertel unsere Gesichtszüge: Streetart pur!

Ein Stück Straße zum Anziehen
Am letzten Tag unseres Projektes designten die Kinder und Jugendlichen Streetart-Objekte für sich selbst: T-Shirts, die mit einem Gullydeckel-Relief ihrer Wahl bedruckt wurden.
Wir eröffneten eine kleine Druckwerkstatt auf der Straße. Mit Neonfarben und Walzen übertrugen wir grafisch interessante Partien auf die Shirts und nutzten die Gullydeckel einfach als Druckplatten: einfache weiße Kleidungsstücke werden durch zunächst unscheinbar wirkende  Muster der Straße im Handumdrehen zu Unikaten.

Rückblick – Ausblick
Das Projekt „Du bist die Stadt“ thematisiert die Beziehungen zwischen der Stadt als Lebensraum und ihren Bewohner*innen, den Menschen.
Streetart öffnet dem Betrachter, sowie dem/der* Künstler*in ganz neue Blickwinkel. Sie lädt ein zum Experiment. Der öffentliche Raum wird zum Atelier.

Projektleitung, Kooperation & Förderung
Leitende Referentinnen: Verena Günther & Luz Helena Diaz
Pädagogische Begleitung: Anna Stadler
Teilnehmerstruktur:  12 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren
Projektzeitraum: 23. bis 27.04.2019
Ort: Köln-Mülheim 
Das Projekt fand statt in Kooperation mit dem August-Bebel-Haus der Awo Köln  statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Sonderförderung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

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