Landesarbeitsgemeinschaft
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Die kleine Documenta

Bönen
19. September 2017

Auf den Spuren zeitgenössischer Kunst. Unter der Leitung von Kerstin Donkervoort und Gabi Zielen haben sich neuzugewanderte und einheimische Kinder und Jugendliche aus Bönen mit den Werken von Künstler*innen der Documenta14 in Kassel auseinandergesetzt und eigene Werke geschaffen. Über den Projektzeitraum entstand ein gemeinsames Projekttagebuch, in dem jeden Tag ein Kind festhielt, mit welchen Künstler*innen und Techniken gearbeitet wurde. Am 17.08.2017 fand die Vernissage im Treffpunkt Go in statt und am 10.09.2017 war die kleine Documenta am Tag des offenen Denkmals zugast im Förderturm Bönen.

Die kleine Documenta - Bildende Kunst

Bildende Kunst

Basics
Die Künstlerin der Papierbanner heißt Pélagie Gbaguidi. Sie wurde 1965 in Dakar geboren und lebt und arbeitet in Brüssel.
Mit ihren bemalten Papierbahnen hat sich die Künstlerin mit der Frage beschäftigt: „Wie kann Bildung dazu beitragen, das Bewusstsein zu reinigen, dass es keine Unterwesen gibt..?“ Auf das Papier hat Pélagie Gbaguidi mit Erde, Kohle und Lippenstift gemalt.
Die kleinen Künstler*innen aus Bönen haben sich intensiv mit der Technik  beschäftigt  und sich überlegt wovor sie Angst haben und wie ihr Wissen dazu beitragen kann, diese Ängste zu überwinden.
Mit Kohle, Lippenstift und Kaffee wurde dann zu diesen beiden Themen Angst und Wissen, die Papierbahnen bemalt.

Willensstark
Lorenza Böttner wurde 1959 in Chile geboren. Im Alter von acht Jahren verlor sie durch einen Stromschlag beide Arme.
Ihr Schicksal hielte sie aber nicht davon ab, Künstlerin zu werden. Lorenza Böttner erlernte die Mund- und Fußmalerei und studierte an der Kunsthochschule in Kassel. 1994 starb die Künstlerin im Alter von 35 Jahren an den Folgen von HIV. In ihrem Werk beschäftigte sie sich mit ihrer Transgender-Identität.
Die Künstler*nnen der kleinen documenta malten ein Portrait von L. Böttner sowohl mit den Füßen/Zehen als auch mit dem Mund.

Rettungsseile
Die kleinen Künstler aus Bönen orientierten sich bei diesen zwei großen Werken an den Bildern des Künstlers El Hadji Sy.
Dieser wurde 1954 in Dakar geboren.
El Hadji Sy verarbeitet Seile in seinen Bildern und verwendet gerne Sand und Muscheln.
Das Bild in blauen Farben zeigt z.B. das Mittelmeer und den Untergang der abgebildeten Fischer.
In der Interpretation der Künstler der kleinen documenta stehen die verwendeten Seile für Rettungsseile. Unter jedem Rettungsseil steht in Großbuchstaben, wer oder was uns in verschiedenen Situationen retten kann.

Fluchtraum
Hiwa K. wurde 1975 im Iran geboren und lebt heute in Berlin.
Seine Installation besteht aus 10m langen Abwasserrohren und ein einzelnes Rohr hat etwa den Durchmesser von 90cm.
In solchen Rohren lebten auch Flüchtlinge wochenlang, die von Griechenland nach Italien flüchteten.
Hiwa K. wollte durch seine Installation Lebensraum auf kleinstem Raum schaffen.
Genau wie der Künstler haben auch die Künstler der kleinen documenta kleinere Rohre, mit den verschiedensten Materialien, wohnlich eingerichtet und gestaltet.

Natürliche Landschaft
Bei diesen Strohbildern haben sich die Künstler der kleinen documenta, an den Werken des Künstlers Olaf Holzapfel orientiert.
Er wurde 1967 in Dresden geboren und lebt heute in Berlin.
Der Künstler ist bekannt für seine Objekte aus Stroh und Holz.
In seinen Bildern ist ihm besonders das Zusammenspiel zwischen Natur und Kultur sowie Mensch und Landschaft wichtig.
Für seine Bilder verwendet er Materialien, wie Holz, Stroh und Tinte. Auffällig erkennbar sind die Dreiecksformen in seinen Bildern.
Die kleinen Künstler aus Bönen haben die Leinwände, statt mit schwarzer Tinte, mit schwarzer Acrylfarbe grundiert und sie mit Strohhalmen versehen. Auch in ihren Bildern sieht man viele Dreiecke, Vierecke und andere Formen.

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